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Das Warhammer-Universum umfasst zwei sehr komplexe, bis ins Detail ausgearbeitete fiktive Welten. Man unterscheidet hierbei zwischen zwei voneinander unabhängigen Handlungsrahmen, dem von Warhammer Fantasy und dem von Warhammer 40,000. Während man beim Warhammer Fantasy eine klassische mittelalterliche Fantasy-Welt mit verschiedenen Völkern auf verschiedenen Kontinenten vorfindet ist der Handlungsort von Warhammer 40,000 die ferne Zukunft mit unterschiedlichen außerirdischen Rassen verteilt in der Galaxis.

Namen Bearbeiten

Die augenscheinlich erste Übereinstimmung betrifft den Namen des Spielsystems. Der englische Begriff Warhammer bedeutet „Kriegshammer“, diesen Namen verdankt das Warhammer-Universum einem Helden aus den Warhammer-Fantasy-Geschichten. Der Name dieses Helden ist Sigmar, er ist eine zentrale Figur des Glaubens für die Menschen des Imperiums in Warhammer Fantasy, er trug stets einen mächtigen Streithammer bei sich, den er einst von den Zwergen bekommen hatte und die ihn "Ghal Maraz" nennen, was soviel wie „Schädelspalter“ bedeutet. Sigmar wurde der erste Imperator der Menschen in Warhammer Fantasy. Sein Streithammer gilt seitdem als das Amtszeichen des Imperators und wird stets an den Nachfolger weitergegeben. Zurzeit ist er im Besitz von Karl Franz.

Theorien Bearbeiten

Manchmal wird Warhammer Fantasy als eine frühe Entwicklungsstufe von Warhammer 40,000 dargestellt, die hier vorkommenden Völker erkämpfen sich in Warhammer Fantasy zunächst einen Platz auf ihrer Heimatwelt und erobern schließlich den Weltraum, dargestellt in 40,000. Dabei tauchen einige Völker in der Zukunft nicht mehr auf, während andererseits neue Rassen dazugestoßen sind.

Tatsächlich war es früher offizieller Tenor, dass beide Systeme parallel zueinander existieren. Die Welt, in der Warhammer Fantasy spielt, ist demnach nur ein von undurchdringlichen „Warpstürmen“ umgebener, vergessener Planet im Warhammer 40,000-Universum. Hierzu entstand auch die These, dass Sigmar, erster Imperator der Menschheit in der Fantasy-Welt, in Wahrheit einer der 20 vermissten "Primarchen" aus dem Warhammer 40,000-Universum sei. Die Primarchen sind 20 Individuen, die vom dortigen, nicht mit Sigmar zu verwechselnden, Imperator (einer Art Übermensch) aus dessen Genen gezüchtet wurden, um seine Armeen anzuführen, und die darauf hin vom Chaos entführt wurden. Es wurden nur 18 Primarchen wiedergefunden und aufgrund der Beschreibung Sigmars als schier unbesiegbarem Superkrieger entstand das Gerücht, er wäre einer der beiden verschollenen Primarchen.

Völkerspezifische Ähnlichkeiten und Übereinstimmungen Bearbeiten

In beiden Spielsystemen gibt es sowohl nahezu identische Völker (z. B. Menschen, Chaos, Orks, Elfen/Eldar, Oger/Ogryn) als auch deutliche solche, die nur in einem der beiden auftauchen (z.B. Tau bei 40,000, Skaven bei Fantasy). Andere Völker wiederum weisen zwar auf den ersten Blick gewisse Ähnlichkeiten auf (so bedienen etwa sowohl die Khemri aus Fantasy als auch die Necrons aus 40,000 das Thema der „Untoten"-Armee“), haben aber ansonsten nichts gemein.

Keine Verbindungen Bearbeiten

Trotz aller Übereinstimmungen und Theorien werden mittlerweile beide Universen von Games Workshop völlig unabhängig voneinander behandelt. Wie oben beschrieben, sollte die Warhammer Fantasy Welt ursprünglich als isolierter Planet im Warhammer 40,000 Universum existieren. Dies steht sogar in einem Warhammer 40,000 Buch (Codex Chaos Space Marines, 2. Edition), dieser Abschnitt wurde jedoch inzwischen von Games Workshop für veraltet und nicht mehr gültig erklärt. Games Workshop hat in der Anfangszeit der beiden Systeme Parallelen aufgebaut, um sich die Option für eine spätere Verschmelzung offen zu halten, dieses Vorhaben aber inzwischen gänzlich verworfen und eindeutig formuliert, dass die beiden Systeme keinerlei Verbindung mehr haben und vollkommen eigenständig zu betrachten sind. Dementsprechend haben sich seit dieser Entscheidung die Hintergründe beider Systeme auseinander entwickelt und inzwischen sind die Unterschiede so groß, dass der Versuch, sie miteinander in Einklang zu bringen, unweigerlich Logikfehler und Unstimmigkeiten aufwerfen würde. Auch diejenigen Völker, die in beiden Spielen auftauchen, haben inzwischen kaum noch etwas miteinander gemein. So gibt es zwar sowohl in der Fantasy-Welt als auch im 40k-Universum die Rasse der "Orks", die sich optisch auch nicht voneinander unterscheiden. In beiden Spielsystemen werden Orks als symbiotische Kombination aus Tier und Pflanze beschrieben, die sich nicht mittels Geschlechtsverkehr vermehrt (und demnach geschlechtslos ist), sondern ähnlich den Pilzen über ihre Haut Sporen absondert, die an geeigneter Stelle keimen und zu neuen Orks heranwachsen.

Gründe für die Parallelen Bearbeiten

Warhammer Fantasy ist wesentlich älter als Warhammer 40,000, dessen erste Edition erst Ende der 80er Jahre veröffentlicht wurde, während Warhammer Fantasy bereits seit den späten 70ern existiert. Der Grund, wieso Games Workshop bei der Erschaffung des neuen Spiels auf den bereits vorhandenen Namen zurückgriff, war vermutlich die Absicht, mit ihm als Zugpferd den Erstverkauf des Neulings anzukurbeln, indem man die Kunden mit dem bereits etablierten und beliebten Namen anlockte. Die anfängliche Verbindung der beiden Welten auch in der Hintergrundgeschichte ist möglicherweise auf die Angst des Unternehmens zurückzuführen, eines der Spiele würde sich als Misserfolg erweisen oder die Systeme würden sich gegenseitig derartig Konkurrenz machen, dass die Gewinnspanne zusammengenommen nicht hoch genug würde, um weiterhin die Produktion von beiden Systemen aufrechterhalten zu können. In dem Fall hätte Games Workshop, damals noch ein relativ kleines und kapitalarmes "Hinterhof-Unternehmen", eines der beiden Systeme aufgeben müssen und hätte alle Kunden verloren, die nicht auch das andere System spielten, das Risiko der Insolvenz war durchaus vorhanden. Dank der storytechnischen Verbindung beider Systeme hätten sie nun im Falle des Falles jedoch relativ einfach miteinander verschmolzen werden können und Games Workshop hätte sich so die meisten Spieler aus beiden Lagern erhalten und gleichzeitig nur noch die Produktionskosten eines einzelnen Systems schultern müssen. Die Verquickung von Fantasy und 40,000 war also eine eingebaute Notfallsicherung für das Unternehmen. Als sich jedoch im Laufe der Jahre herausstellte, dass beide Systeme erfolgreich waren und problemlos nebeneinander existieren konnten, verlor Games Workshop die Angst vor Misserfolg und gab schließlich zugunsten einer größeren Individualisierung beider Systeme die Option auf eine Verschmelzung auf.

Siehe auch Bearbeiten

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel „Warhammer-Universum“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 20. Mai 2007 (Permanentlink) und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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